Mai 26, 2017

Leseprobe “One on One”

ONE ON ONE

 

Die Pizza, die für meinen Tod verantwortlich war, hätte nicht enttäuschender ausfallen können.

Der Gestank hing wie ein Gewicht an meinem Magen. Egal, wie weit ich den fettigen Karton von mir entfernt hielt, seine spezielle Note erreichte mich.

Thunfisch.

Mein persönlicher Erzfeind.

“Das habe ich nicht bestellt!“

Mein Protest prallte ungehört von der Drohne ab, die mir die falsche Bestellung gebracht hatte.
Ich hatte das blendende Licht im Hausflur und das Martyrium kalter Füße völlig umsonst auf mich genommen.

Oh, und mein Leben geopfert.

Die blöde Drohne flog hämisch vor mir auf und ab, als würde es sie freuen, dass sie mir nicht bei meinem Problem helfen konnte. Sie war kaum größer als meine Handfläche und es gab keine Spracheingabe für Reklamationen. Stattdessen hatte sie ein Bezahllämpchen, das nun auf ihrem Display leuchtete.

Das hatte ich also davon, auf den billigsten Lieferservice zu setzen. Trugen die ihre Bestellungen noch per Hand ein?! Wussten die nicht, wie gefährlich es war, mich so lange auf der Türschwelle festzuhalten?!

Ich hatte große Lust, die Drohne mit einer dramatischen Geste aus der Luft zu klatschen. Dieses Steinzeitmodell hatte sicher nicht einmal Gesichtserkennungssoftware.

Leider gab es Augenzeugen.

April, meine Nachbarin von gegenüber, wählte ausgerechnet meinen seltenen Besuch im Hausflur, um ihre Einkäufe heimzubringen. Die Tüten, die sie mit sich schleppte, sahen viel zu groß für ihre zierlichen Arme aus. Sie trug einen Minirock… war schon wieder Sommer draußen?

Ich sank automatisch etwas tiefer in die Kapuze meines Hoodies und lehnte mich lässig gegen den Türrahmen. Ich wusste nicht, was April an sich hatte, das meinen Körper jedes Mal wie ein Taschenmesser vom gebeugten Einsiedler zu besonders cool klappen ließ.

Ich hätte der coolste Typ der Welt sein können. April ergriff ohnehin die Flucht, sobald sie mich sah. Heute war das genauso…
Ihr schwarzer Haarschopf wippte als sie an mir vorbei zu ihrer Tür huschte. Ihr Blick blieb dabei stur zu Boden gerichtet, damit sie mich bloß nicht aus Versehen anschauen musste.
Sie hielt mich seit Jahren entweder für einen Perversen oder für ernsthaft gestört. Ich war mir da ziemlich sicher. Sie mied mich wie die Pest.
April klemmte ihre Einkaufstüten umständlich zwischen die Beine, damit sie auch wirklich hektisch genug in ihrer Jacke nach dem Wohnungsschlüssel kramen konnte. Ich wollte das nicht persönlich nehmen. Ihre unbegründete Panik sorgte immerhin dafür, dass die Tüten zwischen ihren Beinen in einen erbitterten Kampf mit ihrem karierten Rock gerieten. Ihren wackelnden Po wusste ich dabei durchaus zu schätzen. Nett. Ich stand ja sowieso schon auf der schwarzen Liste. Was machte da ein flüchtiger Blick? Nur hatte ich eigentlich keine Zeit, mich hier in Fantasien zu verlieren…

Ich war immer noch abgelenkt, als ich die Zahlung auf dem Display meiner Lieferdrohne bestätigte. Ob meine Nachbarin überhaupt schon so eine Drohne aus der Nähe gesehen hatte? Wer kauft denn heutzutage noch selbst ein? Obwohl April in meinem Alter war, hatte ich manchmal das Gefühl, sie wäre im falschen Jahrhundert geboren. Mir lag ein spöttischer Kommentar auf den Lippen, aber ich zwang mich zur Höflichkeit.
“Kann ich dir irgendwie helfen?”

Ich hätte sie eigentlich nur noch ‘Baby’ nennen müssen, um meinen Tonfall abzurunden. Sie sah mich an, als würden mir Teufelshörner wachsen. So viel zu meinem Versuch, kein Arschloch zu sein… Wenn April merkte, dass ich seit Jahren ihr WLAN anzapfte, um meine Haushaltskosten zu reduzieren, würde sie vermutlich die Cops auf mich hetzen.

“Dankenichtnötig!”, piepste sie, bevor sie es endlich schaffte, den Schlüssel zu drehen und in ihre Wohnung zu flüchten.

Wenigstens hatte ich diesmal kurz ihre Augen gesehen. Nutellabraun.

Die Tür knallte hinter ihr zu und unsere Begegnung endete wie alle, die wir bisher gehabt hatten.

Awkward.

Die Drohne summte auf und davon und ich blieb alleine im Flur zurück. Mit der falschen Pizza und einem Gefühl der Unverstandenheit. Ich würde die Sache mit dem Kontakt zu ‘normalen’ Menschen nie auf die Reihe bekommen… und ‘Pech in der Liebe, Glück im Spiel’ war gerade auch keine treffende Formulierung.

Ich konnte selbst von der Türschwelle aus sehen, wie sich auf meinem roten Computerbildschirm ein Totenkopf aus dunklen Rauchschwaden formte.

Ich war tot.

Verfluchte Ablenkung! Mit einem Fluchen kickte ich die Wohnungstür hinter mir zu und bahnte mir meinen Weg. Auf das Einrasten eines Türschlosses musste ich nicht warten. Meine Tür war jetzt schon so lange kaputt, dass ich keinen Drang mehr verspürte, sie reparieren zu lassen.
Ich hechtete mit optimal kalkuliertem Schwung in meinen ledernen Schreibtischsessel und rollte bis zum Computer. In meiner winzigen Einraumwohnung war alles praktisch gestapelt und griffbereit. Ein bisschen dunkel vielleicht, aber wozu hatte ich Solarpaste auf den Rollläden, wenn ich sie oben ließ? Den neuen Pizzakarton legte ich auch gleich auf den Turm zu den anderen. So hatte ich immerhin die Hände wieder frei. Ich pustete ein paar Kekskrümel aus meiner Tastatur und hämmerte meine Login-Daten ein.

Sie würden mich am Arsch der Welt wiederbeleben, weit weg vom Kampfgeschehen. Hoffentlich war ich wenigstens noch Teil unserer Gruppe. Und der Boss noch nicht besiegt.

Ich zog meinen Diver an seinem dicken Kabel auf meinen Schoß. Die Virtual-Reality-Brille galt zu ihrer Zeit als die ultimative Errungenschaft für jeden Gamer. Jetzt war sie ein Auslaufmodell. Sie war klobig und obendrein saßen die angebrachten Kopfhörerschalen so fest, dass ich nach spätestens einer Stunde Kopfschmerzen bekam. Trotzdem erfüllte sie ihren Zweck.

Mein Diver mochte billig und alt sein und ich konnte nicht gleichzeitig meinen Abwasch machen und Ingame gegen Monster kämpfen… Aber solange ich mit meinem Modell ins Spiel kam, würde ich bestimmt nicht den vierfachen Preis für das neue Modell bezahlen. Es waren ohnehin nur etwa acht Prozent der Spieler, die über so viel Hirnleistung verfügten, dass sie ihre volle Bewegungsfreiheit im Real-Life nutzen konnten. Nicht jeder konnte an zwei Orten gleichzeitig sein, ohne an einem davon gegen die Wand zu laufen.

Ich setzte meinen Diver auf und meine Augen wurden von völliger Schwärze empfangen. Das Einloggen war der Teil des Spiels, der mir auch nach all den Jahren noch Gänsehaut bescherte. Rote und grüne Lämpchen blinkten abwechselnd am Rand meines Sichtfeldes und das Ziehen in meinen Schläfen schien bevorstehende Kopfschmerzen anzukündigen. Glücklicherweise wurde ich zu schläfrig, um den Schmerz zu spüren, als sich mein Verstand in den Datentransfer einreihte.
Ich konnte gerade noch den Kopf in den Nacken legen, die Tastatur auf dem Schoß und die Pizza außer Reich- und Riechweite…
Dann tauchte ich ins Spiel.

Die verschwommenen Umrisse einer alten Tempelruine materialisierten sich in meiner Umgebung. Ich war mutterseelenallein. Aber noch Teil der Gruppe!

Die Pizza hatte nicht nur zu meinem Tod geführt, weil mein Avatar trotz meiner geistigen Abwesenheit im Gruppenkampf geblieben war – sie hatte mich auch einen Haufen Gold fürs Wiederbeleben gekostet UND mich wie befürchtet zum Startpunkt des Dungeons zurück teleportiert.

Im Himmel über mir knisterten Blitze zwischen den schwarzen Wolken und der Wind pfiff durch das Gestrüpp, das die schwebenden Steinplatten zu meinen Füßen überzog. Die beruhigenden Klänge der Götterhymnen, die den Olymp erfüllten, erreichten einen hier nicht. Am Arsch der Spielwelt.
Ich hatte meine eigene Meinung über das zunehmend schlechte Wetter in Endgame-Dungeons. In allen Instanzen, die vernünftiges Loot hergaben, war es praktisch durchgehend stockdunkel. Fast drei Monate hatte ich im Hades zugebracht, um mein Inventar aufzustocken. In den düstersten Gefilden der Unterwelt. Ich sah die Sonne selten genug im Real-Life!

Mit einer routinierten Handbewegung öffnete ich das Menü und vor mir reihten sich beschriftete Balken auf. Ich wischte hinüber zu meinem Inventar und zog die Karte für das Gebiet heraus. Der bemitleidenswerte, grün leuchtende Punkt am unteren Ende der Karte war ich. Die grünen Punkte am oberen Ende, weit weit weg, meine Kameraden. Außerdem hatte ich eine Gesprächsanfrage.

“ADAM! Wo ZUR HÖLLE steckst du?!”

Ich verdrehte die Augen und passte die Lautstärke meines Gesprächspartners an, bevor ich ihm antwortete:

“Sorry, hat etwas gedauert. Die Pizza sollte schon vor Stunden kommen… und die falsche Lieferung war es auch.”

“Du gehst für PIZZA off?! Mitten im Raid?! Du spinnst doch!”

“Wir sind immer im Raid, Joker. Das waren keine drei Minuten und ich weiß nicht, worüber du dich beschwerst. Hättest mich ruhig mal kurz vor dem Boss beschützen können.”

“Alter, wenn du in Aggroreichweite festfrierst, riskiere ich nicht mein halbes Gold, um dir den Arsch zu retten. Wir haben Zerberus zur Hälfte runtergekloppt und das Vieh ist RICHTIG sauer! Sieh zu, dass du herkommst!”

Dass meine Hilfe benötigt wurde, konnte ich nach einem Blick auf die Lebensbalken meiner Gruppe bestätigen. Die Top 3 waren die einzigen – mal abgesehen von mir – die noch im grünen Bereich waren. Die anderen acht Lebensleisten blinkten in höflich warnendem Gelb, etwas dringlicherem Orange und zwei unglückliche, inklusive Jokers, sogar in Ich-sterbe-gleich-Rot. Es sah nicht gut aus.

Jetzt stand ich vor der Wahl. Entweder den ganzen Weg zu Fuß – also in meinem Fall in Sandalen – latschen und hoffen, die schon besiegten Gegner, würden nicht vollständig regeneriert auf mich warten… Oder ich gab ein paar Zeus aus, um mich direkt zu meiner Gruppe zu porten. Ich hatte rund zwei Millionen Zeus. Umgerechnet waren das zweihunderttausend Dollar, also mehr Geld als ich jemals in meinen echten Händen halten würde. Zeus konnte ich für Echtgeld kaufen oder in vereinzelten Fällen mühselig als Questbelohnungen erfarmen. Die meisten Gamer waren völlig aufgeschmissen, bevor sie ihr Sparkonto leer geräumt hatten. Um mit der Elite mithalten zu können, hatte man nur eine Wahl: ein Vermögen zu bezahlen oder praktisch jede freie Minute Ingame zu verbringen. Man musste dafür schon jeden Tempel, jede Gottheit und jede Gilde in und auswendig kennen.

Ich hatte für dieses Spiel die Diver Brille bezahlt. Sonst nichts.

Ich war in den Top 12.

Selbst an die griechischen Kostüme und Festlichkeiten war ich mehr gewöhnt als an die Feiertage in meinem eigenen Kalender.
Zwei weitere Lebensleisten sanken in den roten Bereich und ich musste einsehen, dass ich nicht die Zeit hatte, geizig zu sein. Ich legte meine Handfläche auf den blauen Blitz neben der Dungeonkarte und von meinem Kontostand purzelten die Zahlen. Von wegen man spürt keinen Schmerz im Spiel…

Ein leuchtender Kreis formte sich zu meinen Füßen und es dauerte nur Sekunden, bevor sich der Himmel über mir rot färbte.
Plötzlich schlug die massive Pranke eines gigantischen Hundes vor mir auf den Boden. Ich hechtete zur Seite und die Wucht des Aufschlags wirbelte mir Steine und Staub hinterher. Ich war genau vor dem Vieh aufgetaucht! FUCK. Aber wenigstens landete ich bei meiner Gruppe.
Joker, breitschultrig und gut einen Kopf größer als ich, warf sein gesamtes Kampfgewicht gegen mich, um mich wie ein Footballspieler aus der Gefahrenzone zu tacklen.

Ich flog (oder viel mehr stürzte) bis zum Rand des Schlachtfeldes, aber glücklicherweise fing mein Gesicht den Großteil des Sturzes ab. Es war physisch nicht schmerzhaft, aber die Demütigung wirkte äußerst real. Meine Kameraden waren zur Stelle, um die Kreatur von mir abzulenken. Sie wussten, dass ich sonst gleich wieder das Zeitliche segnete.

Ich hatte es einem absoluten Vollidioten zu verdanken, wie mühelos man mich im Kampf umpusten konnte… meinem siebzehnjährigen Ich. Mein schon im zarten Alter ausgeprägter Hang zur Bequemlichkeit hatte mich damals die relevanten Details der Charaktererstellung überspringen lassen. Schnellstart? Klang gut.

Und jetzt lag ich hier Jahre später und fraß immer noch Staub.

Meine Party war eine Mannschaft vom Kampf gestählter, tapferer Helden, die selbst den Göttern trotzte. Bodybuilder und Supermodels in griechischen Kriegsrüstungen und wehenden Umhängen… und ich.

In meinem weißen Hemdchen.

Die Schnellstartfunktion hatte mir die Charaktererstellung erspart, für die sich rund neunzig Prozent der Gamer entschieden (ich hatte das nachgeschaut). Im Gegensatz zu den Meisten spielte ich mit dem Ebenbild meines realen Körpers, meinem realem Gesicht und meiner tatsächlichen Gewichtsklasse.

Leichte Rüstung.

Ich rollte meinen vergleichsweise armseligen Körper wieder auf die Beine. Es war nicht die beste Idee, im Bosskampf am Rand einer fliegenden Plattform zu liegen. Sich direkt vor eine brüllende Bestie zu porten, war aber noch deutlich dümmer. Ich würde mich später bei Joker bedanken. Wenn ich meinen Stolz wieder eingesammelt hatte…

“Worauf wartest du?!”

Jokers Schrei überschlug sich beim letzten Wort und er rammte sein mächtiges Schwert in die Flanke der Bestie. Zerberus gab ein markerschütterndes Brüllen von sich und seine drei Köpfe verspritzten dicke Tropfen ätzenden Speichels. Die Pfützen fraßen sich wie Säure in den Steinboden.

“MACH HIN, ADAM!”

Egal was für eine einschüchternde Erscheinung Joker auch abgab, er verlor den Großteil seines Glanzes, sobald er den Mund aufmachte.
Ich öffnete zwei virtuelle Taschen und wischte mit beiden Händen in der Luft meine Items heraus, die sich im Ring um mich anordneten.
Zerberus war auf einem Viertel seiner Lebensenergie. Sein linker Kopf bewegte sich kaum noch. Er war kurz davor, seine letzte Kampfphase zu erreichen, das letzte verzweifelte Aufbäumen. Wir waren schon ein paar Mal so weit gekommen, hatten aber den Kampf nie für uns entscheiden können. Wenn wir es heute nicht schafften, schafften wir es nie. Wir waren die Elite.

Ich kombinierte ein paar Elementarscherben, segnete meine Gruppe mit mehr Ausdauer und heilte mit meinem geflügelten Priesterstab die angeschlagenen Partymitglieder, ehe ich Zerberus eine Schar magischer Flüche entgegen feuerte. Um mich herum wurden die Kampfrufe lauter. Sie klangen nicht so episch, wie man vielleicht erwarten sollte. Doch nur weil die anwesenden Spieler in Traumkörpern steckten, passten diese nicht unbedingt zu ihren dazugehörigen Stimmen, die das Game nämlich nicht veränderte. Das hielt trotzdem niemanden davon ab, im Schlachtgetümmel vollen Elan zu zeigen. Klingen, Pfeile und magische Geschosse hagelten auf Zerberus ein. Joker, ganz vorn, brüllte das Monster an und wehrte einen weiteren Prankenhieb mit seinem Schild ab.

Ich wollte auch einen Schild.

Nicht nur meine Auswahl an Waffen, auch die der spielbaren Klassen war durch meine leichte Rüstungsklasse entsprechend begrenzt gewesen. Dabei war ich nicht einmal Heiler, um Missverständnissen an dieser Stelle vorzubeugen. Ich besaß nur einen Arsch voller magischer Gegenstände, die sehr nützliche Statusveränderungen mit sich brachten und zufällig positive Nebenwirkungen für die Gruppe abwarfen. Ich war Magier.
Priester, aber kein Heiler.

Während meine Mitstreiter die Aufmerksamkeit der verbliebenen Köpfe auf sich zogen, hatte sich mein Zauber vollständig aufgeladen und ich hob meinen Geflügelten Stab mit beiden Händen über den Kopf. Eine blaue Welle magischer Energie schoss aus den Flügeln. Mein Angriff traf den mittleren Kopf genau zwischen die Augen. Seine Lebensleiste sank vor mir, ein Prozent pro Sekunde. Noch fünf Prozent – vier! Der Boden wurde zu glühender Lava und ich verdoppelte die Widerstandskraft meines Teams mit meinem Onyx-Amulett. Ein Prozent. Ein letzter magischer Funke genügte und Jokers hoher Kampfschrei übertönte den Todesruf der Bestie.

Zerberus stürzte geschlagen. Der Aufprall seines wuchtigen Körpers ließ den Boden erbeben. Meine Arme zitterten noch von der Energie meines Angriffszaubers und ich hielt den Atem an. Hatten wir es geschafft?

Um mich herum brach Jubel aus und die Erleichterung breitete sich in mir aus wie heißer Wein. Die Mädchen (drei von den vieren waren Kerle, die wohl ebenfalls die Sache mit den Stimmen zu spät realisiert hatten) hüpften fröhlich in ihren kurzen Kostümchen auf und ab. Der besiegte Hundekörper löste sich in glitzernde Partikel auf, die wie Schneeflocken durch die Luft rieselten.

Normalerweise war das mein Lieblingsmoment. Der Anblick weckte stets die freudige Erwartung, für alle Mühen entlohnt zu werden. Was würden wir bekommen? Kostbare Juwelen, stärkere Waffen, seltene Schriftrollen? Vielleicht sogar Zeus?

Ich wollte Loot.

Aber die Zahlen über meinem Inventar bewegten sich nicht. Der Beifall verstummte und verwandelte sich in entrüstetes Raunen. Es gab kein Optionsfenster, damit wir um die gewonnenen Items würfeln konnten. Es gab keine Items.

Weil wir den Boss nicht besiegt hatten.

“Killsteal!”, ertönte die erste Stimme.

Rang 5, ein breiter Typ mit Vollbart und reichlich ungriechischer Plattenrüstung, drängelte sich an den ‘Mädels’ vorbei und rannte zu dem Ende der Plattform, das am weitesten von mir entfernt war. Er deutete mit einer rügen Geste nach unten, als könnten wir von hieraus sehen, worauf er zeigte.

“Da läuft das Arschloch! Der hat uns den Kill geklaut! Ich hab’s gesehen! Der letzte Angriff kam von außerhalb unserer Party! Hinterher, Leute!”

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Wir lesen uns im Schlafzimmer!

Scarlett

 

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