10 beliebte Fehler in Buchcovern

 

Hallo zusammen!

Ich wollte meine bisherigen Erfahrungen als frische Coverdesignerin und die Dinge, die ich bei der Arbeit mit Freelancern gelernt habe, niederschreiben – vom Offensichtlichen, aber besonders gern Übersehenen bis zu den nervigen kleinen Fehlern, die einem das Genick brechen können. Dieser Blogbeitrag ist als Hilfe für andere Schreiber/Designer und eigene zukünftige Referenz gedacht. Bevor ich es nur für mich aufschreibe, wollte ich es teilen. Vielleicht hilft es euch, ansonsten nehmt die Tipps raus, die etwas für euch sind und ignoriert den Rest 😉 Keine Ahnung, wie einsteigerfreundlich das wird…

Wenn ich mal zu harsch bin, dann weil ich auch mit mir selbst rede. (Sorry?)

10 Fehler,

die dein Buchcover

verderben können

 

  1. Du willst zu viel

Endlich ist dein Buch fertig und du hast auch schon die perfekte Szene, die du auf deinem Cover sehen willst?

Du hast deinen Cast auf die zehn wichtigsten Charaktere begrenzt, die nun alle auf dein Cover sollen?

Die Chancen stehen gut, dass dein Cover großer Mist wird 😀

Ein Buchcover sollte vor allem das Thema, also das Gefühl deines Romans wiedergeben und damit auch das Genre, sonst läuft es Gefahr, nicht nur völlig überladen, sondern regelrecht abschreckend zu wirken. Du bist dir nicht sicher, welches Thema dein Roman hat? Stell dir Fragen. Ist es ein actionreicher Thriller? Dann ist das Thema vielleicht düster? Schreibst du dabei humorvoll? Dann ist vielleicht ein Cover mit schwarzem Humor etwas für deine Zielgruppe.

 

  1. Insiderwissen

Na gut, dann machst du eben etwas ganz super Special-iges drauf, was in deiner Geschichte später relevant wird, eine Schriftrolle für die Prophezeiung und noch das Taschentuch, das die Heldin in Kapitel 11 dem Loveinterest zuwirft. Nach dem Lesen werden die Leute ja wissen, was dein Cover bedeutet. Tolle Idee. Oder?

Es gibt ein Sprichwort unter Designern: Be clear not clever (Frei übersetzt: Sei deutlich, nicht schlau und künstlerisch wertvoll) Das Cover ist nicht der Ort, um Ideen oder Konzepte vorzustellen oder dem potentiellen Leser etwas zum Rätseln zu geben. Wenn du nicht widerstehen kannst, beschränk dich auf ein kleines Detail deines Covers, was dem Leser hinterher ein nettes Aha-Erlebnis gibt. Sollte auf keinen Fall der Fokus sein.

(Außer der “Insider” ist zufällig auch das Thema deines Buches. Wenn es um ein verwunschenes Amulett geht, ist es durchaus legitim, ein verwunschenes Amulett aufs Cover zu packen. Ausnahmen bestätigen die Regel.)

 

  1. Dein Cover soll einzigartig sein

An dieser Stelle komme ich mal nicht mit dem Alles-ist-schonmal-dagewesen-Argument. Im Gegenteil würde ich behaupten, dass es in Bezug auf Buchcover selten von Vorteil ist, besonders herauszustechen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Schau dir die Buchcover aus dem Genre ein, in dem du schreibst. Was unterscheidet sie? Was verbindet sie? Welche Schriften werden verwendet?

Ich mache mir sogar Screenshots von Amazon, in die ich das Thumbnail meines Covers einfüge, um zu prüfen, wie es zwischen den anderen Covern wirkt. Natürlich sollst du nicht einfach jemanden kopieren, aber du solltest einen Überblick über deine professionelle Konkurrenz gewinnen, um ein Gefühl für ein Cover in deinem Genre zu entwickeln. Das gilt nicht nur für die Indieautoren, die ihre Cover selbst gestalten. Wenn du einen Designer beauftragst, solltest du wenigstens eine Vorstellung haben – sonst treibst du den Designer mit deinen Ideen und Verschlimmbesserungen nämlich schnell zur Verzweiflung.

 

Zwischenfazit: Cover müssen vor allem Genre und Thema übermitteln und das im besten Fall auf den ersten Blick. Schau dir an, was andere Autoren machen und beobachte Trends.

 

  1. ‌Monitore der Farbverirrung und Düsternis

Auch bei der Farbgebung ist weniger oft mehr. Abgesehen davon gibt es da aber die leidige Sache, dass deine Farben auf fast jedem Monitor anders dargestellt werden. Das, was du siehst, muss nicht zwangsweise sein, was der Kunde schließlich auf dem E-Book Reader hat oder als gebundenes Buch in der Hand hält. Teste dein Design daher auf jeden Fall mit verschiedenen Bildschirmen. (Ich ziehe mir meine Entwürfe dafür in Google Drive, sodass ich von mehreren Geräten bequemen Zugriff auf sie habe) Dasselbe gilt auch für besonders helle und dunkle Bereiche auf deinem Cover.

Besonders wichtig für die richtigen Farben ist auch der nächste Punkt:

 

  1. Gedruckt oder E-Book – Die Farbräume: RGB und CMYK

RGB (Rot, Grün, Blau) ist das Farbsystem, das wir an Monitoren verwenden. CMYK (Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz‌) sind die Farben im professionellen Druck. Ein E-Book Cover sollte also im RGB-Raum liegen und das Cover für den Druck in CMYK. Eigentlich simpel. In CMYK gibt es allerdings weniger Farben als im RGB-Raum. Wenn man also keine böse Überraschung erleben möchte, wenn man sein Printexemplar in den Händen hält, sollte man unbedingt darauf achten, dass von Anfang an im richtigen Farbsystem gearbeitet wird. RGB in CMYK umwandeln ist das Grauen und Farben gehen verloren.

(Achtung, viele Drucker, die man zuhause hat, sind RGB-Drucker. Die sind es gewohnt, mit RGB-Bildern “gefüttert” zu werden, die sie dann umwandeln und kommen entsprechend nicht mit CMYK-Bildern klar.)

 

  1. Die falsche Auflösung

Ähnlich wie mit den Farbsystemen verhält es sich mit der Auflösung des Buchcovers. Die übliche Auflösung an Monitoren beträgt 72ppi (Pixel per Inch) Für ein gedrucktes Cover würde diese Auflösung allerdings einen deutlichen Qualitätsverlust mit sich bringen. Deswegen unbedingt darauf achten, dass du – von Anfang an – mit einer Auflösung von 300dpi (Dots per Inch) arbeitest. Und ja, das bedeutet, die Dateien werden RIESIG.

 

  1. Deine Bilder sind zu klein

Jetzt mit der neuen Auflösung sind die Bilder ja viel zu klein. Zum Glück kann man die einfach ein bisschen hier und da in die Länge ziehen und dann passt das schon, richtig? …

Bitte verzichte darauf, Bilder, die du verwendest, künstlich zu vergrößern – und schon gar nicht nur an einer Seite langziehen. Dein Grafikprogramm – womit du auch immer arbeitest – kann nicht mehr Bildinformationen erfinden, als vorhanden sind. Die Lücken werden mit Krisseln gefüllt, die auf dem Druck sichtbar sein werden. Verkleinern kannst du die Bilder nach Herzenslust – deswegen am besten mit hochauflösenden Grafiken arbeiten. Auch Schriften, die keine Vektoren mehr sind, werden verpixeln, wenn du sie vergrößerst.

 

  1. Text ist noch kein Klartext

Zu viele Schriften verderben den Brei und das gilt auch für die Schrifteffekte. Ich habe gehört, Schlagschatten waren mal im Trend – heute hält man sich da eher zurück. Auch hier wieder Äuglein auf und den Blick trainieren.

Euer Schriftzug sollte deutlich lesbar sein und im idealsten Fall sogar noch als Thumbnail erkennbar sein. Die Schriftart sollte genau wie der Rest des Covers euer Genre und Thema vermitteln. Ein Cover ist kein Bild mit einer Textunterschrift. Bild und Schrift sollen ein gemeinsames, harmonisches Design bilden. Dazu gehört auch, dass dein Klappentext gut gesetzt ist und nicht aussieht wie zerrupft. Er sollte auch nicht gerade dort stehen, wo später der Barcode hinkommt.

Wenn du auf Nummer Sicher gehen willst: Seit Neuestem bietet Amazon Probedrucke für Selfpublisher an 🙂

 

  1. Fehler im Klappentext

Weil es so nervig ist, bekommt es einen eigenen Punkt. Nicht alle Designer kontrollieren die Richtigkeit deiner Texte. Dass keine Fehler vorkommen, liegt in deiner Verantwortung. Mein Tipp: Lass mindestens ein zweites Augenpaar über deinen Klappentext schauen, wenn du aus irgendeinem Grund keinen Lektor hast. Spätestens nach dem Lesen deines ersten Manuskripts solltest du wissen, dass du nicht unbedingt auf deine eigene Unfehlbarkeit vertrauen solltest.

 

  1. Beschnitt vergessen

Um zu vermeiden, dass dein gedruckte Buch weiße oder schwarze Ränder auf dem Cover bekommt, muss deine Bilddatei (bei KDP ist das eine PDF) ein bisschen größer sein als das Buch selbst. Die Extra-Millimeter sind der Spielraum, der zum richtigen Ausschneiden des Druckbogens benötigt wird. Amazon zum Beispiel bietet Vorlagen und Hinweise darüber, wie sich der Beschnitt individuell berechnen lässt.

Um einen Vergessenen-Beschnitt-Unfall zu retten, könntest du dich verleitet fühlten, das Buchcover einfach ein Stück größer zu ziehen 😀 (Großes Nein-Nein.) Wenn du den Beschnitt von Anfang an einstellst, bist du besser dran.

 

Fazit: Pass von Anfang an auf, besonders wenn du die Datei anlegst, und kontrolliere alles doppelt und dreifach.

Außerdem: Sicherheitskopien. Und gib nicht auf!

 

 

So, Zukunfts-Ich, wenn du das hier gelesen hast, bist du jetzt hoffentlich wieder fit und gehst produktiv ans Werk.

Ich hoffe, es hat auch euch irgendwie geholfen (oder war zumindest eine kleine Auffrischung) Vermutlich klang das alles ein bisschen frustriert, haha.

 

Wenn ihr Ergänzungen/Korrekturen oder Fragen habt, schreibt es mir gerne in die Kommentare!

 

Und falls ihr schauen wollt, was beim Buchcover meines aktuellen Projekts TREATS herausgekommen ist…

Wir lesen uns im Schlafzimmer!

Scarlett

 

BONUS INFO:

(Weil der Eintrag ja noch nicht lang genug ist…)

 

Was Coverdesigner wissen müssen (für einen Buchumschlag):

Titel

Autorenname

Klappentext

Buchformat (Höhe und Breite der Seiten)

Seitenzahl (das bedeutet, euer Buchsatz sollte idealerweise schon stehen. Ich kam bei etwa 60.000 Wörtern zusammen mit Titelei und Danksagung und dem ganzen Spaß auf etwa 300 Seiten)

Zusatz (Je nach Designer):

Thema des Buches/Worum es geht

Farbvorlieben oder sogar schon Stockbilder, die man verwenden möchte

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